3 Finger auf Tour durch Neuseeland, Teil 3

Vitesse schreibt:

Moin! Hier mehr Meer!

Schweren Herzens trennen wir uns von Wellington und nehmen die Fähre nach Picton. Die Schönheit der Marlborough Sounds können wir leider wegen starken Regens nur erahnen, doch die Neuseeländer an Bord zeigen uns ihre menschliche Schönheit: Es wird auf der Gitarre gespielt und gesungen, von deutschen Vorfahren berichtet und zum Abschied umarmt.

Die erste Nacht auf der Südinsel verbringen wir auf Smiths Farm, wo wir mit ofenwarmen Muffins begrüßt werden. Paul ist von den Socken, als es ihm abends gelingt, ein zahmes Huhn anzufassen und er am nächsten Morgen Schafe und Ziegen füttern darf (und nach einiger Zeit verstanden hat, dass das Tierfutter nicht in seinen eigenen Mund gehört). 

Nach einem netten Zwischenstopp an der Cable Bay erreichen wir den Abel Tasman Nationalpark. Wir sind schwer begeistert! Buchten wie aus einem der Fotobücher, in denen man im Buchladen gerne stöbert und schwärmt, dichter Regenwald, kristallklares Wasser, ein atemberaubender Küstenwanderweg und megaleckere Burger beim Food Truck ‚Fat Tui‘ (Tui: ein kleiner, schwarzweißer Rabe; fett wird man spätestens bei der Nachspeise – Vanillesahne-Eiscreme zwischen hausgemachten Schokocookies). Außerdem lassen wir uns mit dem Wassertaxi zu einer Bucht bringen und an der anderen wieder abholen. Kann man mal machen.

Nach diesem wunderbaren Fleckchen Erde zieht es uns weiter. Wir wagen uns an das rund 370 Meter tiefe Harwoods Hole heran und laufen vergnügt einen moosigen Hobbitweg dorthin, bevor wir an den nördlichsten Punkt der Südinsel, das Cape Farewell, fahren. Schroffe Felsformationen, vom Salzwasser glatt gespülte Höhlen, gegen die Wellen klatschen, von Tausenden Muscheln besetzte, schwarze Felsen und Robben, denen wir bei Ebbe bis auf wenige Meter nahekommen, zeigen uns, dass nach dem soften Postkartenidyll des Abel Tasman Parks die Natur eine mindestens genauso schöne wilde Seite hat. 

Paul lässt das große Ganze eher kalt, er vertieft sich in die kleinen Dinge wie Sand, Kiesel, Steine, Äste und Gräser und nimmt alles genau unter die Lupe bzw in den Mund. Auch Tiere haben es ihm sehr angetan: Mittlerweile imitiert er Möwen und freut sich über ihr Schreien. Hoch im Kurs stehen außerdem weiterhin Hunde, Kühe und Schafe, von denen es bekanntermaßen hier ja mehr als genug gibt für den Lütten. 

Nun sind wir eigentlich auf Gletscher, Berge und kühlere Temperaturen eingestellt – die jedoch bisher ausbleiben. Aus einem kurzen Halt an den Pancake Rocks, deren genaues Entstehen Wissenschaftlern bis heute Rätsel aufgibt, werden drei Nächte am Meer. Nachts hören wir die Brandung und sehen Sternschnuppen. Tags lassen wir die Seele baumeln, treffen nette Menschen und babyliebe Hunde, entdecken Delfine, picknicken am Mini-Amazonas Pororari River in Punakaiki und würden für immer dort bleiben, wenn die gemeinen Sandfliegen nicht wären. Obwohl die fliegenden Fieslinge angeblich mehr werden, je südlicher man kommt, wagen wir es und fahren weiter. In die Berge. 

Stay tuned.

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