3 Finger auf Tour durch Australien, Teil 1.

Florian schreibt:

I come from a land down under – oder: kommt doch immer alles anders

Als die Fähre auf Magnetic Island anlegt, sehe ich das Schild „Cyclone Warning“ und der Pfeil zeigt auf „No Warning“. Ich denke zurück an März 2006, als ich in Airlie Beach festsaß, weil die Straßen geflutet waren. Dann das Déjà-vu: Unser Host begrüßt uns mit „There’s a cyclone warning coming up“. Aber alles der Reihe nach …

Uns fiel der Abschied von Neuseeland schwer. Wir waren nach Ankunft im heißen und hoch-luftfeuchten Cairns wehmütig und hingen den letzten Wochen nach. Doch es war Zeit, Australien dieselbe Chance zu geben. Der Empfang: 40 Grad und 3000 % Luftfeuchtigkeit (klar, gefühlt). Fand Paul jetzt nicht sooo geil. Und demnach waren die ersten Tage etwas beschwerlich für den Zwerg, vor allem nachts. In Neuseeland hatten wir die letzten zwei Wochen eher versucht, den Camper mit dem Heizlüfter warm zu kriegen. Jetzt suchten wir nach Möglichkeiten, das Ding runterzukühlen. Dank Apollo hatten wir einen Ventilator. Passt.

Dann erkundeten wir das Umland um Cairns, was vor allem durch die Wet Lands (sumpfiges Land mit reichhaltiger Krokodilvielfalt) und viel Regenwald geprägt ist. In Kuranda gaben wir zum ersten Mal auf dieser Reise Geld für Eintritt aus -um Tiere zu sehen, die wir, wie wir später feststellten, zu Hauf in der Natur Australiens sowieso sehen sollten. Okay, kann passieren. Aber Koalas, Wombats heimische Spinnen, Schlangen, Cookatoos und andere Papagei-Arten sind schon sehr cool. 

Cairns bietet außerdem einen guten, wenn auch touristisch überlaufenen, Einstieg ins Great Barrier Reef. Also nahmen wir ein Boot und fuhren nach Green Island. Ein Sandhaufen in der Coral Sea, mit ganz viel Regenwald und Fischtieren, die man beim Schnorcheln beobachten kann. Was wie uns nicht nehmen ließen. So wechselten wir uns ab mit dem Aufpassen auf Paul und dem Erkunden von bunten Korallen, meterbreiten Muscheln, Rochen, Leopardenfischen und und und. Spart das Ausleihen eines weiteren Stinger Suits (gegen die Quallen) und man kann sich so richtig in die Badehose machen, wenn ein Riffhai vorbei schwimmt, während man alleine unter Wasser ist. 

Wir ließen Cairns hinter uns und fuhren an einen surrealen Ort im Regenwald: Paronella Park. Wer den Film „Sniper“ gesehen hat (wir nicht), mag ihn kennen. 1930 kam ein Spanier namens José Paronella auf die Idee, seinen Traum vom eigenen Schloss zu verwirklich. In Queensland natürlich. Also fing er an, mit eigenen Händen (also wirklich mit eigenen Händen) ein Schloss mit Park, Kino, Ballsaal, Tennisplatz und Pool am Wasserfall aufzubauen. Das war natürlich damals eine tolle Attraktion für die Bevölkerung Höhe Innesfail. Lange Jahre lag der Park nach seinem Tod brach und die Natur holte sich vieles zurück. Genau das macht heute den Charme aus. Wir schliefen auf dem Park eigenen Campingplatz und konnten so auch die Abendführung mitmachen. Anders als tagsüber war diese Führung eher eine Nachtwanderung mit vielen Lichteffekten und Glühwürmchenbesuchen. Wir legen den Park jedem ans Herz, der in der Gegend ist. Schon weil die heutigen Eigentümer viel Energie und Zeit investieren, alles wieder wie damals herzurichten und aufzubauen. Good on ya!

Nach dem spanischen Schloss-Flash ging es zurück zur Küste Richtung Süden. Nachdem wir nun seit Tagen ohne Pause unterwegs waren, gönnten wir uns in Mission Beach etwas Entspannung. Einfach abhängen. Können wir und haben wir getan. 

Es war der Anlauf, um direkt über einen kurzen Stop in Townsville nach Magnetic Island (oder im Einwohnerslang: Maggie Island) zu kommen. Womit wir wieder beim Intro dieses Beitrags wären. Unsere Hosts hießen Claudia und John und sie waren total verknallt in Paul. Wir wohnten in einer eigenen Wohnung in ihrem Haus und gehörten quasi zur Familie. Sie nahmen uns mit, zusammen mit Boogie Boards einen nachts vollgelaufenen Creek (ein reißender Strom, der nur Wasser hat, wenn es tagelang geregnet hat) runter zu surfen und zeigten uns die heimischen Koalas und Natur-Pools zum Abkühlen. Wer mal in der Nähe ist: hier solltet Ihr bleiben! Dann aber ohne Cyclone Debbie. Der machte die Leute auf der Insel nämlich nervös (uns auch). John brachte uns fast stündlich News zu den Entwicklungen. Und so änderten wir unseren Reiseplan (war wohl nix mit Airlie Beach, Whitsunday Islands etc). Wir verließen die Insel mit Ziel tiefes Inland (600 Kilometer Fahrt durchs Outback), um in Emerald außer Reichweite der Windgeschwindigkeiten von 260 km/h zu sein. Klappte ganz gut.

Weiter geht’s nun wieder zurück zur Küste, hoffentlich ohne Zyklon-Ausläufer. 

Stay tuned.

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