3 Finger auf Tour durch Australien, Zyklon-Teil

Vitesse schreibt:

Gestrandet in 1770



Die vergangene Woche war wohl ein Test unserer Flexibilität und unseres Zusammenhalts: ein Zickzack-Kurs quer durchs Land, um Zyklon Debbie voraus zu sein – und schließlich dennoch von seinen Unwettern erwischt zu werden. Damn! 

Schlaufüchse, für die wir uns halten, schlugen wir nach Maggie Island den Weg ins Landesinnere ein. Denn „n büsschen Wind“ kennen wir zwar aus Hamburg, doch was sich hier zusammenbraute, war ein anderer Schnack. Es wurden bis zu 260 km/h und Zyklonstufe 4 von 5 erwartet. Also ab an den ‚Arsch der australischen Heide‘, von Townsville nach Emerald. Zumal wir nicht nur die Verantwortung für uns selbst, sondern auch für Little One tragen. Dazwischen gibt es allerdings so gut wie nichts, außer Cattlefarms und Emus. Das ist also unser Alternativprogramm zu Smalley Beach, Bowen, Airlie Beach und den Whitsunday Islands. Seufz… Doch damit umfuhren wir genau das Gebiet, wo Debbie aufschlagen sollte. 

Wir beschlossen, es weiter südlich wieder an die Küste zu wagen und fuhren nach Rockhampton. Mittags angekommen, gab es wieder Bad News vom Wetterfrosch, also fuhren wir weiter bis nach Agnes Water und Town of 1770 (der Ort, an dem James Cook mal mit seinen Buddies landete), wunderhübsche Zwillingsdörfer an der Küste und weit weg von Debbie. Unser Glück: am nächsten Tag ging in und um Rockhampton nichts mehr; wir wogen uns in Sicherheit. Unser Pech: kürzer als gedacht. Debbie traf mit voller Wucht die Küste nördlich von uns (Airlie Beach), zog ins Landesinnere (über Charters Towers nach Emerald zur Küste zurück), folgte quasi unserer Route – und brachte unserer Region so heftige Regenfälle und Sturm, dass die Schulen und Geschäfte in ganz Queensland geschlossen werden mussten. 

Zunächst vier Nächte hingen wir also mehr oder weniger freiwillig ab. Allerdings nicht auf einem Campingplatz sondern in einem geräumigen Apartment mit Pool und Spielplatz sowie Strand und Mangroven vor der Tür, Pelikan und Frosch als Nachbarn. Trotzdem war die Stimmung der Reisegruppe schon mal ausgelassener; wir wollten weiter. An Tag 5 packten wir also zusammen und zogen los. Erfolglos. Egal welche Straße wir nahmen, sie endete in einer flooded road. Zähneknirschend fuhren wir wieder zurück, versuchten das Beste aus der Situation zu machen und verbrachten den Nachmittag am Strand und im Regen auf dem Spielplatz und Pool. Laut dem Community Council war es nur eine Frage von Stunden, bis eine Straße wieder passierbar sein würde.

Tags drauf war es dann auch geschafft: wir kamen raus, die Straßen waren frei. Nun hieß es umplanen. Uns waren einige Tage und geplante Ausflüge flöten gegangen. Auf Fraser Island wollten wir nicht auch noch verzichten müssen. Kleine geführte Gruppen waren bereits ausgebucht, auf große Touribusse hatten wir wenig Lust. Also bissen wir in den sauren Apfel und mieteten einen Jeep, um die Insel wenigstens einen Tag lang auf eigene Faust zu erkunden. So hoppelten und hüpften und ratterten wir auf dem Sand auf und ab, Flo hatte Benzin im Blut, Paul pennte, ich versuchte wenig erfolgreich während der Fahrt einen Cappuccino zu trinken. Die Distanzen auf der Insel sind leider enorm, deshalb blieb vom Sightseeing nicht viel übrig in der kurzen Zeit. Doch was wir sahen, war stresswert: Der Lake McKenzie hatte feinsten weißen Sand und glasklares Wasser, das Schiffswrack der Maheno am 70 Mile-Beach entfaltete rostigen Charme, und zur Versöhnung verabschiedeten uns bunte Papageienschwärme und spielende Delfine auf dem Rückweg nach Harvey Bay. 

Next stop Brisbane. Großstadtluft und Kultur tanken.

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