3 Finger auf Tour durch Australien, Teil 3

Florian schreibt:

The dawn of the roos

Ich liebe die landschaftliche Abwechslung auf der Reise. Abgesehen von den Stränden, Gletschern und Gipfeln in Neuseeland, sind es hier in Australien die Städte, die wir aufsuchten. Oftmals um zu bleiben. Wie in Brisbane. Die Stadt in Süd-Queensland hatte uns drei Tage als Gäste. Und wir hätten länger, viel länger bleiben können. Die Stadt am Brisbane River (okay, wer von Euch kennt ihn nicht? 🙂 ) entfaltete erst beim zweiten Blick ihren Charme und rückte sich als australisches Frankfurt ins Licht. Von unserem Apartment aus (Airbnb, weil Campingplätze viel zu weeeeiiiiit außerhalb liegen) waren wir zu Fuß in knapp zehn Minuten in der Innenstadt, wobei hier ähnlich wie die Stadt am Main das Central Business District auf der einen Seite des Flusses liegt und die Museen und Gallerien auf der anderen. Macht es leicht, sich zu orientieren und die Tage nach Highlights einzuteilen. Und so strichen wir durch die geheime Hauptstadt Queenslands, fuhren mit ihren Fähren, aßen uns durchs West End und erlebten moderne Kunst in South Bank (Queensland Gallery Of Modern Art). Auch hier ist wieder sehr markant, dass Kunst für jedermann kostenlos zugänglich ist. Schon in Neuseeland waren wir in allerhand Museen und Gallerien (also große Institute), die von der Stadt gefördert werden.

Die zwei Tage in der Großstadt waren schnell vorbei und wir fuhren weiter südwestlich ins sogenannte „Hinterland“ (australisch für Hinterland, ausgesprochen: Hinterländ) in den Lemington Nationalpark. Okay, Nationalparks können die Aussies und stehen den Kiwis in nix nach. Alles ist nationalparklich geschützt und wird um jeden Preis der Welt behütet. Gut so. So zog es uns in einen der ersten Nationalparks Australiens ins O’Reilly Rainforest Retreat. Das Dorf aus Ferienvillas, Tree Top Walks und Regenwald inmitten des Parks war eine gute Gelegenheit mal wieder die Kraxe herauszuholen und ein paar Kilometer zu laufen. Obwohl viele Tracks nach Debbies Rummel immer noch gesperrt waren, fanden wir Wege, die uns in die Ferne schweifen ließen. Getoppt wurden die Tagesausflüge nur noch durch den Kamin und den Whirlpool, die auf uns in unserem Haus warteten. Das war das Luxusextrem unserer Campingreise, das wir uns gerne gönnten. Da das Retreat durch den Zyklon tagelang von der Außenwelt abgeschnitten war (ca. 35 umgestürzte Bäume waren nicht so schnell überwindbar), durften wir nur in einem Konvoi aus knapp 40 Autos hoch und wieder herunterfahren. 

Weiter ging es nach Byron Bay und damit an den östlichsten Punkt des Kontinents. Die Bucht dazu erinnert mit dem Ort vor allem an St. Peter Ording – 99,9% der Lebewesen sind Urlauber. Was wir vor allem an den fat gänzlich ausgebuchten ausgebuchten Campingplätzen merkten. Wir fanden dennoch eine Perle von Campground etwas weiter außerhalb in Suffolk Park. Bekannt durch einen Millionen Kilometer langen Strand und genauso viele Surfer wie in Surfers Paradise, das wir natürlich kurz für einen Kaffee und ein Eis von Maccas (australisch für McDonalds) besuchten. Obwohl alles genauso schmeckte wie in Wanne-Eickel, waren wir geflasht vom Auflauf der Menschen aller Nationalitäten und überhaupt von dem Ort, der streckenweise an Miami erinnerte. Uns zumindest. 

Jedenfalls stiegen wir in Byron Bay mal wieder auf den Drahtesel um und düsten durch die Byron Prärie. Versaut vom Fahrrad-Feeling in Queenstown waren wir schnell der Ansicht, dass die Australier Cyclisten hassen würden. Weder gute Fahrradwege noch etwas das danach aussah existierte. Egal, die Fortbewegung war uns wichtig. Und es machte ja doch Spaß. 

Und weil wir die letzten verbleibenden Tage der Reise zu den Strandtagen 2017 erklärt haben, zogen wir weiter nach Emerald Beach. Was recht langweilig klingt, gilt als das Känguru-Paradies in Down Under. Der angrenzende Nationalpark (erwähnte ich, dass die Aussies alles …) bietet ein Nest für die Beuteltiere in allen Größen und Formen. Und während wir bisher zwar ein paar Wallabies und hin und wieder Roadkill am Straßenrand liegen sahen, war es uns jetzt schon nicht mehr möglich am Strand entlang zu joggen. Nicht die Faulheit hielt uns auf, sondern ungefähr 45 Roos, die im Morgengrauen und in der Dämmerung aus ihren Löchern krochen. Sie lagen und fraßen überall. Einfach an ihnen vorbeilaufen war nicht möglich; so warnen die Behörden davor, sich mit den Tieren anzulegen. Aus guten Gründen, wenn man sich die Hinterläufe eines zwei Meter großen Roos ansieht. 

Und während sie nun weiter grasten, traten wir aufs Gaspedal und fuhren weiter gen Süden. Sydney entgegen.


Stay tuned.

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